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Seminar “Facetten der Mehrsprachigkeit im 17. Jahrhundert”

15.04.2019 10:00

Seminar “Facetten der Mehrsprachigkeit im 17. Jahrhundert”

Details

Zeit: 15.04.2019 10:00
Veranstaltungsort: Tallinna Ülikool (Narva mnt 25), M-649

Veranstalter

Universität Tallinn, Baltisch-Deutsches
Hochschulkontor, Under und Tuglas Literaturzentrum
der Estnischen Akademie der Wissenschaften

Das 17. Jahrhundert war im historischen Baltikum eine politisch, konfessionell und bildungsgeschichtlich bewegte Periode, die auch sprachlich hochinteressant war. Die gesellschaftliche Gewichtung der in der Region gesprochenen und verwendeten Sprachen hatte einerseits mit unterschiedlichen Interessen und Ideologien der Akteure auf dem sprachlichen Feld – des schwedischen Königshauses als Machthaber, der lokalen deutschbaltischen Elite und der estnischen und lettischen Bauern – zu tun, andererseits spielten in der Sprachenhierarchie auch die bildungssprachliche Tradition des Lateinischen und Griechischen, das im kaufmännischen Bereich immer noch aktuelle Niederdeutsch, sowie die Sprachkontakte zum Russischen oder Jiddischen eine Rolle.
Das Seminar “Facetten der Mehrsprachigkeit im 17. Jahrhundert” bringt Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Deutschland und Estland zum Austausch zusammen, deren Forschungsfelder unterschiedliche sprachbezogene Themen dieser Zeit betreffen.

Referenten:
-Helmut Glück (Bamberg): Mehrsprachigkeit in Europa im 17. Jahrhundert.
-Mark Häberlein (Bamberg): Adel, Kaufmannschaft und Mehrsprachigkeit im Europa des 17. Jahrhunderts.
-Kristi Viiding (Tartu): Die Mehrsprachigkeit der Inschriften in den estnischen Kirchen in der Frühen Neuzeit.
-Aivar Põldvee (Tallinn): Language in change: Some sociolinguistic aspects of spoken and written Estonian in the 17th century.
-Marin Jänes (Tallinn): Zu gesellschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen der Mehrsprachigkeit im 17. Jahrhundert anhand von Kirchenvisitationen.
-Inna Jürjo (Tallinn): Die Mehrsprachigkeit in den est- und livländischen Gerichts- und Visitationsprotokollen des 17. Jahrhunderts.
-Kaidi Kriisa (Tartu): Some examples of multilingual practices in the academic texts of the Early Modern Academia Dorpatensis (1632–1710).
-Anna Verschik (Tallinn): Jiddische und Baltendeutsche Sprachkontakte.
-Szilard Tibor Toth (Narva): Mehrsprachigkeit in den estnischen Grammatiken des 17. Jahrhunderts.
-Aigi Heero (Tallinn): Die Mehrsprachigkeit in den „Anotationes“ (ca 1650–1658) des Revaler Kantors David Gallus.

Die Veranstaltung wird in der Zusammenarbeit mit der Universität Tallinn und dem Under und Tuglas Literaturzentrum der Estnischen Akademie der Wissenschaften organisiert und findet im Rahmen des „Deutschen Frühlings 2019” in Estland statt.

Foto: Colourbox.de